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3. Kunde im Interview: die Heidelberger Thoraxklinik.
Perfektionierte
digitale Kommunikation und vernetzter Austausch.
Die Thoraxklinik
Heidelberg ist eine der ältesten und größten
Lungenfachkliniken Europas. Interdisziplinäre und abteilungsübergreifendes
Teamwork, vor allem aber der Austausch mit anderen Institutionen,
z. B. als Partner des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen
Heidelberg (NCT), sind Besonderheiten der Klinik. Kommunikation
und Austausch auf digitaler Ebene sind dabei wichtige
Säulen.
Diese maßgeblich aufgebaut hat
IT-Leiter Dr. Heinrich Bülzebruck.
Heute verfügt die Klinik nicht zuletzt über eines der
ersten produktiven Krankenhausportale in Deutschland.
Als erstes Zuweiserportal ermöglicht es eine vollständige
Integration in den klinischen Workflow, dank der Realisierung
eines SAP-Portals mit SAP-Krankenhausinformationssystem
als Backend-Plattform.
Die Thoraxklinik Heidelberg ist seit August 2007 an
das Glaserfasernetz der MAnet angeschlossen.
>>
1. Herr Dr. Bülzebruck, als IT-Leiter an der
Thoraxklinik Heidelberg haben Sie nicht nur eine langjährige
Erfahrung, sondern Sie haben sich auch auf wissenschaftlicher
Ebene mit den verschiedensten Teilgebieten der Medizinischen
Informatik auseinandergesetzt. Was genau sind die größten
Herausforderungen für eine Krankenhaus-IT?
Mit einem kleinen IT-Etat das maximal Mögliche zu erreichen.
Die Situation an den meisten deutschen Krankenhäusern
kann man als Investitionsstau bezeichnen. Es entstehen
stetig neue Anforderungen hinsichtlich benötigter Hardware-
und Softwaresysteme, sowohl in den administrativen Bereichen
durch die stetig neuen und vielfältigen Aktivitäten
des Gesetzgebers, als auch in den klinischen Bereichen
durch die dynamischen Entwicklungen innerhalb der Medizin
und der Medizintechnik.
Wir haben heute im Klinikbereich bereits sehr komplexe
IT-Systeme und eine nahezu vollständige IT-Durchdringung.
Auch fast alle medizinischen Geräte sind bereits vernetzt
und kommunizieren mit zentralen Servern und Speichersystemen.
Innovation im IT-Bereich bedeutet meist auch Innovation
in der Medizintechnik. So geht es z. B. im Bereich der
bildgebenden Diagnostik (CT, NMR usw.) immer dann in
größeren Innovationsschritten voran, wenn in der IT
neue Techniken entwickelt oder vorhandene optimiert
werden, die eine Bildverarbeitung trotz stetig steigender
Bildvolumina in wesentlich kürzerer Zeit ermöglichen.
2. Als hoch spezialisiertes Thoraxzentrum hat
die Thoraxklinik eine europaweit bedeutende Stellung.
Die Klinik ist außerdem integriert in das Nationale
Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT), ein
Kooperationsprojekt gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum
(DKFZ), der Universitätsklinik Heidelberg, der Orthopädischen
Universitätsklinik Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe.
Sind die IT-Anforderungen daher für die Thoraxklinik
besonders hoch?
Sowohl als hoch spezialisierte Klink der
Maximalversorgung als auch als Partner des NCT, das
vernetzte, interinstitutionelle Kommunikation explizit
fördert, ist zunächst ein gut entwickeltes klinikinternes
Krankenhausinformationssystem (KIS) wichtig. Hierauf
setzt dann die klinikübergreifende digitale Kommunikation
mit anderen Krankenhäusern aber auch mit anderen Institutionen
des Gesundheitswesens, Forschungseinrichtungen (z. B.
das DKFZ) und Zuweisern auf.
3. Wie sieht ein solcher digitaler Austausch
aus?
Eine unserer Kommunikationsverbindungen ermöglicht z.
B. den bidirektionalen Austausch von Leistungsanforderungen
und Befunden mit der Pathologie der Universitätsklinik
Heidelberg. Resektate aus dem OP und der Endoskopie
werden in unserem KIS erfasst und gemeinsam mit der
Leistungsanforderung digital an die Pathologie übermittelt.
Anschließend kommen die Befunde verschlüsselt über VPN
an uns zurück und werden direkt in unseren KIS zum jeweiligen
Patienten und zum jeweiligen Fall gespeichert. Damit
stehen die Befunde zeitnah klinikweit für alle diesen
Patienten behandelnden Ärzte zur Verfügung.
Früher eingesetzte Kommunikations- und Transportmedien
für Leistungsanforderungen und Befunde (Telefon, Fax,
Taxi, gelbe Post) werden nicht mehr benötigt.
4. Welche Technologie steckt dahinter?
Die Thoraxklinik nutzt im gesamten administrativen
und klinischen IT-Bereich SAP-Applikationen (FI, CO,
MM, PM, IS-H und i.s.h.med). Vollständig in dieses System
integriert setzen wir seit April 2007 als erste Klinik
in Deutschland ein im Rahmen eines Entwicklungsprojekts
mit Partnern entwickeltes Zuweiserportal ein.
Das Portal ermöglicht eine direkte digitale Kommunikation
mit Lungenfachärzten. Diese können von ihrer Praxis
aus völlig selbständig für ihre Patienten Termine in
der Thoraxklinik festlegen, die direkt in unsere digitalen
Planungsinstrumente (elektronische Plantafel) übernommen
werden. Ferner erhalten sie unmittelbar nach der jeweiligen
klinikinternen Freigabe die neuesten Befunde der von
ihnen zugewiesenen Patienten. Dank der direkten Kommunikation
mit dem produktiven SAP ist keinerlei Zwischenverarbeitung
notwendig. Der zuweisende Facharzt kann das Portal kostenlos
nutzen und braucht nur einem Internet-Anschluss und
einem Browser, in der Regel also keinerlei technische
Aufrüstung seines Praxissystems.
5. Digitale Kommunikation und Austausch über
Internet spielen für die Thoraxklinik eine große Rolle.
Seit August 2007 hängt die IT der Klinik am Glaserfasernetz
der MAnet. Welche Vorteile sehen Sie in diesem neuen
Internet-Anschluss?
In der Tat haben wir in diesem Sommer einen
Provider-Wechsel beschlossen. Von einer 2 MBit/s-Standleitung
sind wir jetzt auf eine 10 MBit/s-Kommunikationsverbindung
migriert. Ferner bietet die neue Kommunikationsplattform
auch dringend notwendige Reserven. Nach Abschluss eines
derzeit durchgeführten Projekts zur digitalen Bildspeicherung
und –kommuni-kation (PACS) ist z. B. der bidirektionale
digitale Bildaustausch mit ca. 40 externen Partnern
geplant. Die hohe Flexibilität des MAnet-Anschlusses
erlaubt uns dabei die Höhe der Kommunikationskapazität
völlig flexibel in Schritten von jeweils 10 MBit/s bis
auf max. 100 MegaBit ohne Tausch von Hardwarekomponenten
vornehmen zu können.
6. Waren Sie neben dem technischen Angebot auch
menschlich mit der Zusammenarbeit mit MAnet zufrieden?
Bisher haben wir einen guten Eindruck von den
Teams der MAnet. Die nicht ganz einfache Migration am
1.8.2007 ist erfolgreich verlaufen. Wir haben zur MAnet
Vertrauen gefasst und hoffen, für längere Zeit mit diesem
neuen Partner zusammenarbeiten zu können.
7. Wagen wir zum Schluss einen Blick in die
Zukunft: Werden Ärzte Diagnosen in 10 Jahren einfach
virtuell stellen? Patienten Fachärzte weltweit konsultieren,
indem Bilder über das Netz zur Verfügung gestellt werden?
Davon können Sie ausgehen. Die Vernetzung des
Gesundheitswesens wird stetig weiter zunehmen, auch
z. B. durch Aktivitäten wie die Einführung der Elektronischen
Gesundheitskarte (EGK). Institutionsübergreifende Diagnose
und Behandlung, Kommunikation und Vernetzung, das ist
die Zukunft.
Herr Dr. Bülzebruck, vielen Dank für das Interview.
[Telefoninterview geführt am 13.09.2007
von Julia Nati, www.postina.net]

ÜBER DIE THORAXKLINIK HEIDELBERG:
Die Thoraxklinik Heidelberg ist eine der ältesten und
größten Lungenfachkliniken Europas und als Klinik der
Maximalversorgung anerkannt. Sie ist eine selbständige
Klinik mit Kooperationen im wissenschaftlichen Bereich
mit der Universität Heidelberg. Pro Jahr werden in der
Klinik 5000 Patienten stationär behandelt. Die gleiche
Zahl der Patienten wird zusätzlich ambulant betreut
(Qualitätsbericht 2004). Mit ihrem Leistungsspektrum
nimmt die Klinik eine führende Position nicht nur in
Deutschland, sondern auch in Europa ein. Die Klinik
ist in das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
(NCT) integriert.
www.thoraxklinik-heidelberg.de
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